Isabell Braunstein

Doktorandin

Landscape-scale effects of pesticides on biodiversity and ecosystem services

Tel: +49 (0)711 / 459-23602 

e-mail: isabell.braunstein@uni-hohenheim.de 

 

Forschungsprojekt

Im Rahmen meiner Doktorarbeit (2026–2028) untersuche ich, wie sich der Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel auf die Biodiversität in Agrarlandschaften auswirkt. Während die Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln häufig auf einzelnen Feldern untersucht werden, ist bislang wenig darüber bekannt, welche Folgen unterschiedliche Belastungen auf Landschaftsebene für Insekten, Vögel und Fledermäuse haben. Ziel meiner Forschung ist es daher, die direkten und indirekten Effekte von Pflanzenschutzmitteln auf verschiedene Organismengruppen und deren ökologische Funktionen besser zu verstehen.

Mein Projekt wird in 20 Agrarlandschaften in Baden-Württemberg durchgeführt, die sich hinsichtlich ihrer Bewirtschaftung und des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln unterscheiden. In diesen Landschaften erfasse ich fliegende Insekten mithilfe von Malaise-Fallen sowie die Aktivität von Vögeln und Fledermäusen mit Audiorekordern (Audiomoths). Ergänzend werden Pflanzenschutzmittelrückstände analysiert und die Habitatstruktur sowie das Nahrungsangebot an den Untersuchungsstandorten erfasst. Die Insekten werden hinsichtlich Biomasse, Häufigkeit und Artenvielfalt untersucht, während für Vögel und Fledermäuse Aktivität und Diversität bestimmt werden.

Durch die Verknüpfung von Biodiversitätsdaten, Landschaftsstrukturen und Pflanzenschutzmittelbelastungen möchte ich herausfinden, wie sich eine Reduktion von Pflanzenschutzmitteln auf die Artenvielfalt und wichtige Ökosystemleistungen auswirken kann. Dabei stehen insbesondere Bestäubung, natürliche Schädlingskontrolle und die ökologische Resilienz von Agrarlandschaften im Fokus.

Die zentrale Fragestellung lautet:

Wie beeinflusst die Belastung mit chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln die Biodiversität und Ökosystemleistungen auf Landschaftsebene, und welches Potenzial bietet eine Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes für den Erhalt der biologischen Vielfalt in Agrarlandschaften?

 

Lebenslauf

Mein Studium der Agrarbiologie an der Universität Hohenheim begann mit einem starken Interesse an pflanzenphysiologischen Fragestellungen. Im Rahmen meiner Bachelorarbeit beschäftigte ich mich mit der Grundlagenforschung zu Interaktionen zwischen parasitischen Pflanzen und ihren Wirten. Dabei untersuchte ich die Charakterisierung eines Proteins, das während der Infektion der Wirtspflanze Arabidopsis thaliana durch die hemiparasitische Pflanze Phteirospermum japonicum exprimiert wird.

Im anschließenden Masterstudium verlagerte sich mein Fokus zunehmend von molekularbiologischen Prozessen auf Organismenebene hin zu ökologischen Fragestellungen auf Bestands- und Landschaftsebene. Daher spezialisierte ich mich auf Agrar- und Landschaftsökologie und untersuchte in meiner Masterarbeit die Auswirkungen von Landnutzungsänderungen auf die managementabhängige Niedermoor-Pflanzengesellschaft Primulo-Schoenetum ferruginei. Hierfür verglich ich historische Vegetationsaufnahmen und Nutzungsdaten mit neu erhobenen, eigenen Daten aus dem Federseegebiet und dem Bad Wurzacher Ried, um Veränderungen der Vegetation und ihrer Artenzusammensetzung zu untersuchen.